Frankfurt Dresden Dance Company - Jacopo Godani

Frankfurt Dresden Dance Company ::Workwithinwork / High Breed

Workwithinwork
Gleich nach den ersten Augenblicken von Workwithinwork – der Vorhang hebt sich, ein Mann wölbt die Arme nach oben, während sein Körper abknickt, die Tänzer hinter ihm nehmen rasch die Bewegung auf – entwickelt ein nahezu konstanter Bewegungsfluss Eigenleben, ein strudelnder, wogender Strom, der die Bahnen derjenigen auf der Bühne nach seinem Belieben zu formen scheint, gesteuert durch die eindringlichen Rhythmen von Luciano Berios Duetti for two Violins, vol. 1 (1979-83). Das atmosphärisch karge und strenge Ballett bietet eine detaillierte, musikalische Darstellung scheinbar unendlicher Fortschreibungen klassischer Technik und befreit die Tänzer zugleich von deren konventioneller Logik. Wie in vielen anderen möglichen Anverwandlungen bildet eine Folge schöner Duette – von der kampfeslustigen Begegnung zweier Männer zu Beginn des Werks, die einander mit kantiger Athletik umkreisen, bis hin zum zärtlichen Pas de deux, in dem eine Frau in Arabeske mit langsamer, skulpturaler Zwangsläufigkeit durch die Luft gehoben wird – den Kern des Stücks. Diese von größeren Ensembles gerahmten und aus ihnen entstehenden Begegnungen sind unpersönlich und doch voller Leidenschaft, ein Zusammentreffen physischen Potenzials, Bewegung, die wie aus der Luft gemeißelt entsteht. So, wie die Tänzer mit der Dunkelheit des Bühnenhintergrunds verschmelzen und aus ihr hervortreten, wie sich ihre Bündelungen mit kaleidoskopischer Sicherheit wandeln, könnten sie Erfindungen der kreativen Fantasie jenes Namenlosen sein, der mit dem Rücken zum Publikum dasitzt und sorgfältig kleine, auf eine Leinwand projizierte Dinge arrangiert. (Roslyn Sulcas) 

Choreografie von William Forsythe
Musik Luciano Berio, Duetti per due violini, vol. 1 (1979-83)
Bühne William Forsythe 
Lichtdesign William Forsythe, Tanja Rühl
Kostüme Stephen Galloway
Einstudierung Francesca Caroti
Länge 30 Min.
Premiere 16. Oktober 1998, Opernhaus, Ballett Frankfurt, Frankfurt am Main



High Breed
High Breed kann mit seiner starken Formensprache als ideologisches Werk verstanden werden. Jacopo Godani zielt darauf hin die Zuschauer intensiv in die Tanzerfahrung einzubeziehen. Er versucht dem Vorstellbaren zu entkommen, das Bekannte hinter sich zu lassen und dabei ein faszinierendes Dunkel zu erschaffen: Ein Gefilde indem Potenziale jenseits von Licht entstehen.

Damit High Breed Gewohnheiten hinter sich lassen kann, muss es sich von Limits befreien. Nicht nur Choreografie wird verhandelt, auch Räume werden durch geisterhafte Bilder und starke Abstraktion geschaffen. Flüchtig rühren sich Figuren in der Dunkelheit, Silhouetten erscheinen und verschwinden im Halbschatten während plötzlich Tänzer aus dem Nichts durch Licht zu neuer Existenz kommen. Godani liebt die Performance wie auch das Universum, dass sie heraufbeschwört.

In seiner leidenschaftlichen Kühnheit ist High Breed ein elementares Werk, das Licht und Dunkel als künstlerische Mittel einsetzt. Durch das choreografisch Freigesetzte, kann etwas Anderes sichtbar gemacht werden. Mit einer physischen Intensität, die bewegungsreich und so exakt ist, dass sie in ihrer Präzision geradezu mathematisch wirkt, betont Godani die Essenz seiner Company. Jenseits von Oberflächlichem - durch die meisterhafte Beherrschung der Technik erlebt der Zuschauer ein charakteristisches Moment, im wahrsten Sinne. (Luisa Sancho Escanero)


Choreografie von Jacopo Godani
Musik 48nord (Ulrich Müller & Siegfried Rössert)
Bühne, Licht, Kostüme Jacopo Godani
Einstudierung Julian Nicosia
Länge 25 Min.
Premiere / Neufassung 22. September 2017, HELLERAU – Europäisches Zentrum der Künste Dresden

Sachsen Fernsehen
BALLETT DER EXTRAKLASSE
22. September 2017
Copyright: Sachsen Fernsehen

mdr1 radio sachsen
AUFGEFALLEN - UND GESENDET!!!
25. September 2017
Copyright: Heike Schwarzer/mdr

Dresdner Neueste Nachrichten
Kultur, 25. September 2017
von Gabriele Gorgas (c) Dresdner Neueste Nachrichten
MIT BEWEGTER RAUMPHILOSOPHIE
Dresden Frankfurt Dance Company mit Choreografien von Forsythe und Godani

Workwithinwork / High Breed

Choreografien von William Forsythe und Jacopo Godani

Workwithinwork
Choreografie von William Forsythe
Musik Luciano Berio, Duetti per due violini, vol. 1 (1979-83)
Bühne William Forsythe 
Lichtdesign William Forsythe, Tanja Rühl
Kostüme Stephen Galloway 

High Breed
Choreografie von Jacopo Godani
Musik 48nord (Ulrich Müller & Siegfried Rössert)
Bühne, Licht, Kostüme Jacopo Godani